Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen
Ich beginne im Namen Gottes, des Allerbarmers, des Erbarmers
Lob zu Gott, Herr der Welten, dass Gott unseren Herrn Muhammad ehre und um Grade erhöhe, und dass Er die Gemeinschaft des Propheten vor dem schütze,
was er für sie fürchtet.
Die Nacht des Schicksals / Zakatul-Fitr
Meine Glaubensbrüder !
Lob zu Gott und dass die Ehre und die Erhöhung um Grade unserem Propheten Muhammad zukomme.
Lob zu Gott, dem Einzigen, Demjenigen, Welcher nichts nötig hat, Welcher nicht zeugte und Welcher nicht gezeugt wurde und Welcher keines Gleichen hat. Ich lobe Gott, den Erhabenen, und ich flehe Ihn an, mich auf dem rechten Weg zu leiten; ich ersuche Seine Vergebung und ich bereue mich zu Ihm. Ich ersuche Gott um Schutz gegen das Schlechte unserer Seelen und unserer Taten. Denjenigen, den Gott leitet, ist der Gut-Geleitet, und niemand kann denjenigen leiten, den Gott irreleitet.
Dass die vollständigste und vollkommenste Ehre und die Erhöhung in Graden unserem Herrn Muhammad zuteil werde (^alajhis-salam), der Herr der Söhne ^Adnan’s, derjenige, den Gott durch Seine Gnade zu den Völkern gesandt hat, als Führer und Ankünder der guten Nachricht, als Warner der Bestrafung ; aufrufend zu der bei Gott angenommenen Religion. Der Prophet ist ein strahlendes Licht und ein erleuchtender Mond. Gott hat durch ihn die Gemeinschaft geleitet und die Dunkelheit vertrieben.
Der Prophet (^alajhis-salam) hat die Botschaft überbracht. Er hat das erfüllt, was ihm befohlen wurde und er hat seine Gemeinschaft beraten. Das Gott uns das Beste von dem gibt, was Er den Propheten gegeben hat. Ich bezeuge, dass es keinen anderen Gott ausser Allah gibt, Er allein hat keinen Partner. Er hat Seinen Verkünder mit der Lehre des rechten Weges und der Religion der Wahrheit gesandt. Ich bezeuge, dass Muhammad ((^alajhis-salam)) Sein Diener und Verkünder ist. Dass Gott ihn ehre, sowie auch alle anderen von ihm gesandten Verkünder.
Meine Glaubensbrüder ! Gott, der Erhabene, sagt Sure al Qadr, Verse 1 - 5, woraus wir verstehen: «Wir sandten ihn (Qur’an) in der Nacht des Schicksals herab (1) Und weisst du, was die Nacht des Schicksals ist? (2) Die Nacht des Schicksals ist besser als tausend (1000) Monate (3). In dieser Nacht steigen die Engel mit Gabriel auf Gottes Befehl mit allen im Ewigen vorbestimmten Angelegenheiten (für dieses Jahr) herab (4) Seligkeit ist sie bis zum Anbruch der Morgenröte (5)»
Wir kamen in den letzten zehn (10) Tagen des Monats Ramadan an, welche viel Segen enthalten. So ging der Prophet in die Moschee um sich für den I^tikaf zurückzuziehen. Gott, der Erhabene, hat den Monat Ramadan speziell erwähnt: «In diesem Monat wurde der gesammte Qur’an (am 24. Ramadan) hinabgebracht, sowie das Evangelium zu Jesus, Sohn von Maria, und in diesem Monat wurde auch die Thora dem Propheten Moses Sohn von ^Imran offenbart.»
Diese hervorragende Sure zeigt, dass die Nacht des Schicksals «al Qadr» einen grossen Verdienst beinhaltet. In der Tat, in dieser Nacht erhielt der Engel Gabriel Gottes Befehl den Qur’an von der Bewahrten Tafel «al Lawh al mahfudh» zu nehmen und ihn in einem einzigen Mal an einen gesegneten Ort im ersten (1.) Himmel zu bringen, dem «Bajtul-^Izzah», was «Ort der Ruhms» bedeutet.
Wathilah Ibnul-Asqa^ überbrachte vom Propheten (sinngemäss): «Die Thora (gesegnetes Buch Moses auf Hebräisch) wurde in der sechsten (6.) Nacht des Ramadan gebracht; das Evangelium (gesegnetes Buch Jesu auf Syrianisch) wurde in der Nacht des dreizehnten (13.) Ramadan gebracht; und der Qur’an wurde in der Nacht des vierundzwanzigsten (24.) Ramadan gebracht.»
Auf Grund dieses Hadith und des Qur’an-Verses "إنا أنزلناه في ليلة القدر"was bedeutet: «Wir sandten ihn (Qur’an) in der Nacht des Schicksals herab » wissen wir, dass der Qur’an in jenem Jahr während der Nacht des vierundzwanzigsten (24.) Ramadan gebracht wurde. Dies war die Nacht des Schicksals. Es ist nicht zwingend, dass die Nacht des Schicksals immer in der Nacht des siebenundzwanzigsten (27.) oder neunundzwanzigsten (29.) Ramadan ist, aber meistens ist sie in diesen beiden Nächten.
Der Verkünder Gottes (^alajhis-salam) sagte (sinngemäss): « (...) sucht sie während der letzten zehn (10) Nächte. » Dies, weil sie die meiste Zeit in diesen zehn (10) Nächten vorkommt und nicht, weil es unbedingt so sein muss. In der Tat kann es sein, dass sie in der ersten (1.) Nacht des Ramadan’s ist oder in der zweiten (2.) oder in irgendeiner anderen Nacht des Ramadan. Die Weisheit, die sich in dieser Unbestimmtheit befindet, ist die Gläubigen zu ermutigen alle Nächte dieses gesegneten Monats zu wachen. In der Hoffnung, sich die ganze Möglichkeit gegeben zu haben, während dieser gesegneten Nacht gebetet zu haben.
Vom Bajtul-^Izzah, kam der Engel Gabriel (^alajhi s-salam) mit der Offenbarung der Qur’an-Verse zum Propheten Muhammad (^alajhi s-salam) herab, mit der Vorbestimmung und dem Wissen von Allah.
Am Tag nach der Nacht des Schicksals in jenem Jahr, das heisst dem vierundzwanzigsten (24.) Ramadan des ersten (1.) Jahres der Prophezeiung unseres Verkünders, waren die ersten Verse, die ihm offenbart wurden, die ersten fünf (5) Verse der Sure al ^Alaq.
Welche bedeuten:
Iqra’ bismi rabbikal-A^la Lies! Im Namen deines Herrn, Der alles erschuf
Chalaqal-insana min ^alaq Er erschuf den Menschen aus einem Blutklumpen
Iqra’ wa rabbukal-Akram Lies! Im Namen deines Herrn, dem Allgütigsten
Alladhi ^allama bil-qalam Der das Schreiben mit dem Schreibrohr lehrte
^Allamal-insana ma lam ja^lam Er lehrte dem Menschen, was er nicht wusste
Die Verse der Suren wurden nicht in der Reihenfolge, wie wir sie heute im Qur’an finden, offenbart. Nachdem der Qur’an in seiner Gesamtheit offenbart war, gab der Prophet die Reihenfolge der Suren seinen Gefährten vor. So haben diese Letztgenannten die Folge der Suren nicht nach ihrer Meinung festgelegt.
Der Vers zwei (2), der Sure al Qadr «wa ma adraka ma lajlatul-qadr », was bedeutet: «Und weisst du, was die Nacht des Schicksals ist?» zeigt die hohe Wichtigkeit dieser gesegneten Nacht auf. Sicherlich, die Nacht der Vorbestimmung ist eine hervorragende Nacht. Sie ist besser als tausend (1000) Monate. Gott, der Erhabene, sagt: «lajlatul-qadri chajrun min alfi schahar», Sure al Qadr, Vers 3). Was bedeutet: «Die Nacht des Schicksals ist besser als tausend (1000) Monate». Dies will heissen, dass die vollbrachten guten Taten während dieser Nacht, nach dem Richtspruch Gottes, einen grossen Wert haben, da sie besser sind als tausend (1000) Monate.
Derjenige, der das Privileg hat, im Wachzustand, gewisse Zeichen dieser Nacht des Schicksals zu sehen, wird die Belohnung und die Wohltaten dieser Nacht gewonnen haben. Es gibt Zeichen, welche die Nacht des Schicksals von den anderen Nächten unterscheidet. Die Person die diese Nacht bewusst erlebt, sieht also Lichter, anders als jenes der Sonne, des Mondes oder der Elektrizität. Oder sie sieht Bäume in Verneigung; oder auch einen feinen Sonnenaufgang am nächsten Morgen. Es ist auch möglich, dass die Person die Stimme gewisser Engel hört, oder sie in ihrer wahren Gestalt sieht. In der Tat, die Engel besitzen Flügel: zwei, drei, vier oder noch mehr Paare. Der Engel Gabriel besitzt sechshundert (600) Flügel.
Die Tatsache gewisse Zeichen im Traum zu sehen ist etwas Gutes, aber es ist weniger gewichtig als im Wachzustand.
Auch wenn jemand während diese Nacht nichts sieht, weder im Traum noch im Wachzustand, aber während der Nacht des Schicksals betet oder andere Anbetungen vollführt, ohne zu wissen, dass es eben diese Nacht ist, so wird er hervorragende Segnungen und Belohnungen, für all die Taten der Anbetung, erhalten, die er während dieser Nacht ausgeführt hat.
Aus dem Wort des Propheten (^alajhis-salam) können wir verstehen: «Derjenige, der während der Nacht des Schicksals wach bleibt und nur in der Suche nach Gottes Gnade Anbetungen macht, wird seine vorangegangenen Sünden vergeben sehen».
Das Wachen in Anbetungen während der Nacht des Schicksals erfüllt sich in dem man betet, ob die Zahl der Raka^at gross oder klein ist. Es ist zu wissen, dass das
Verlängern des Gebetes zur Lesung eines langen Qur’an-Textes besser ist, als eine grosse Anzahl von Raka^at mit kurzer Lesung.
Gott, durch Seinen Willen, gibt demjenigen das Privileg der Annahme des Bittgebetes, der seine Bittgebete gerade in dem Moment machte, in welchem gewisse Zeichen dieser Nacht gesehen wurden. Er selbst wird bemerken, dass seine Anflehungen angenommen wurden! Wieviele Leute waren glücklich als sie bemerkten, dass Gott ihre Bittgebete, während diese Nacht, erhört hatte!
Gott, der Erhabenen sagt in der Sure al Qadr, Vers 4: «», woraus wir verstehen: «In dieser Nacht steigen die Engel mit Gabriel auf Gottes Befehl mit allen im Ewigen vorbestimmten Angelegenheiten (für dieses Jahr) herab».
Dazu wurde noch vom Verkünder Gottes (^alajhis-salam) überbracht, woraus wir verstehen: «Während der Nacht des Schicksals kommt Gabriel mit einer Gruppe von Engeln herab, für jede Person, sitzend oder stehen, die damit beschäftigt ist Gott anzubeten; sie flehen um Gottes Gnade für diese und grüssen sie. Sie kommen vom Sonnenuntergang an hernieder und bleiben bis zum Erscheinen der Morgenröte.»
Sie kommen also herunter um das zu verwirklichen, was Gott auf ein (1) Jahr vorbestimmte, wie die Verteilung des Unterhalts auf die Geschöpfe und ihr Lebensende und so weiter, bis zur Nacht des Schickals im kommenden Jahr. Es ist also falsch zu glauben, dass die Nacht von Mi-Scha^aban die Nacht sei, in welchem der Unterhalt verteilt würde und während derer präzisiert wird wer stirbt und wer geboren wird während des ganzen kommenden Jahres; sowie auch die Einzelheiten all dessen, was mit den Menschen geschehen wird. Die beschriebene Nacht ist die Nacht des Schicksals, sowie es auch der ausgezeichnete Interpret des Qur’an’s Ibnu ^Abbas (möge Gott ihn sowie seinen Vater annehmen) sagte. In der Tat, betreffend der Verse 3 & 4 der Sure ad-Duchan
"إنا أنزلناه في ليلة مباركة إنا كنا منذرين(3)فيها يفرق كل أمر حكيم(4)"
was bedeutet: «Wir haben ihn in einer segensreichen Nacht heruntergesandt, in Wahrheit sind Wir es, Die ankünden (3), während dieser Nacht wird jede Verfügung erlassen (4). » Ibnu ^Abbas sagte, dass es sich hier um die Nacht des Schicksals handle.
Gott, der Erhabene, sagt in der Sure al Qadr, Vers 5 :
" سلام هي حتى مطلع الفجر"
woraus wir verstehen : «Sie ist voller Seligkeit bis zum Anbruch der Morgenröte» So ist diese Nacht voll von Seligkeit und eine Quelle des Segens für die Heiligen, den Auserwählten Gottes, und den Gläubigen, welche Gott gehorsam sind. Auch können die Dämone den Menschen kein Leid zufügen. Diese Seligkeit verbleibt bis zur Morgendämmerung.
^A’ischah (dass Gott sie annehme) sagte:
"قلت يا رسول الله،إن علمتُ ليلة القدر ما أقول فيها"
woraus wir verstehen: «Oh Verkünder Gottes ! Wenn ich die Nacht des Schickals kenne, was soll ich sagen?» Der Prophet antwortete: «Sag: Oh Gott, Du bist Derjenige, Der verzeiht, Du liebst die Bereuung, so verzeihe mir.»
Die Anflehung Gottes, die der Prophet während des Ramadan’s am meisten machte war: «Rabbna atina fid-dunja hasanah, wa fil-achirah hasanah wa qina ^adhaban-nar» was bedeutet: «Unser Herr, gewähre uns Gutes im Diesseits und Gutes im Jenseits, und bewahre uns vor der Strafe der Hölle», Vers 201 der Sure al Baqarah.
Zakatul-Fitr
Gott, der Erhabene, hat uns Verpflichtungen von höchster Wichtigkeit vorgeschrieben, welche wir erfüllen müssen. Unter diesen Verpflichtungen gibt es die Zakatul-Fitr.
Es obliegt dem Vormund auf ein Neugeborenes die Zakatul-Fitr zu entrichten, welches am letzten Tage des Ramadan geboren wurde und einen Teil im Schawwal lebte.
Die Pflichtabgabe wird auf den Muslim selbst, sowie auf all diejenigen Personen, welche unter seiner Verantwortung stehen geleistet, falls es sich um Muslime handelt. Handelt es sich um Nicht-Muslime so besteht für den Vormund keine Verpflichtung die Zakatul-Fitr für sie zu entrichten. Daraus folgt, dass wenn jemand arme muslimische Eltern hat, er für sie die Zakatul-Fitr bezahlen muss, sowie es für den Muslim auch eine Verpflichtung ist für seine Frau und seine noch nicht erwachsenen Kindern, die Pflichtabgabe, zu enttrichten.
Es ist keine Pflicht auf den Vater für seine erwachsenen Söhne und Töchter die Zakatul-Fitr zu entrichten, sondern es obliegt jedem Erwachsenen selbst, falls er die Mittel dazu hat.
Die Abgabe der Zakatul-Fitr obliegt jedem der den Betrag besitzt, kein Schulden zu begleichen hat, weder Kleider noch Nahrung zu kaufen, oder die Miete zu bezahlen hat, für diejenigen die von ihm abhängig sind, für den Tag des Festes und der folgenden Nacht.
Die Zakat beträgt einen (1) Sa^ des am meist gebrauchten Grundnahrungsmittels im Land. Wenn das meist gebrauchte Grundnahrungsmittel der Reis ist, so gebe man einen (1) Sa^ Reis pro Person; wenn es Weizen ist, so gebe man einen (1) Sa^ Weizen. Man kann auch den Gegenwert in Geld geben. In unseren Tagen entspricht dies ungefähr Sfr. 5.-. Ein (1) Sa^ entspricht vier (4) Amdad. Ein (1) Mudd entspricht dem Volumen von zwei mittelgrossen zusammengefügten Handinnenflächen.A
Die Absicht für die Zakat ist unabdingbar. Es handelt sich dabei darum im Herzen die Absicht zu formulieren, die Verpflichtung der Zakat zu erfüllen, gemäss dem Wort des Propheten (^alajhis-salam) woraus wir verstehen: «Die guten Taten erhalten nur durch die gute Absicht ihren Wert».
Die Pflichtabgabe wird den Notleidenden zugute kommen, sowie auch anderen im Qur’an Erwähnten. Man muss sie spätestens vor dem Sonnenuntergang des Festtages
^Id begleichen. Es es ist also verboten sie, ohne gültige Entschuldigung, zu einem späteren Zeitpunkt zu verschieben. Im Gegensatz dazu ist es erlaubt, sie vom ersten (1.) Tag des Ramadan an, zu zahlen.
Oh Muslim, profitiere von den Wohltaten des Ramadan’s bevor er endet! Gehöre zu denen, welche die Moschee besuchen und sich für die Gebete, die Bittgebete und das Erwerben der Wissenschaft der Religion, dorthin zurückziehen, besonders in den letzten zehn (10) Tagen des Ramadan’s.
Gott ist der Allwissende. Oh Gott ! Wir flehen Dich an uns zu denen gehören zu lassen, die aufmerksam Dein Wort hören und Dir auf die beste Weise gehorchen. Wir flehen Dich an, uns ein gutes Ende zu geben und auf dass wir unter den Leuten des Paradieses und der Glückseligkeiten seien. Amen!
Dies waren meine Worte. Ich bitte Gott für mich, sowie auch für euch, um Verzeihung.